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Cold Calls
In Cold Calls geht es um die Kunst des Schauspielens und die Kunst des Verkaufens. Schauspieler und Telefonagenten sind geschult uns ihre Authentizität zu verkaufen. Doch was passiert wenn man sie aus ihrem gewohnten Kontext entfernt und in den des Anderen setzt? Der Schauspieler geht ins Call Center und der Telefonagent auf die Bühne. Die Grenzen zwischen Realität und Theater, Kunst und Konsum verwischen.
Stop aksing how are you today!
Teil 1: Das Call Center trenner Teil 2: Der Theaterabend
In einem tempörären Call Center tragen fünf Schauspieler zufällig gewählten Zuhörern per Telefon Theatertexte vor. Dieser Vorgang kann vor Ort mitverfolgt werden. Auf einer Theaterbühne stehen fünf Telefonagenten live ihrem Publikum gegenüber, das zum ersten Mal gekommen ist, um ihnen zuzuhören.
4. 5. 6. November 4. 5. 6. November
Kartentelefon
trenner
Stuttgart Landesverband freier Theater BW LBBW Stiftung Treffpunkt Rotebühlplatz Telekom
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Projektbeschreibung

Secret #1: Stop asking, "How are you today?" Believe it or not, 80% of your competition still advertise themselves as lame sales reps making cold calls by asking this over used and insincere question. Nothing identifies you more as a pesky telemarketer than opening your call with that question.

Mike Brooks
The Most Important Word In Sales

 

Der Ausgangspunkt für COLD CALLS ist eine Untersuchung vorhandener Texte, deren Ziel es ist die Leistungsfähigkeit von Kundenservice zu verbessern. Skripts die außerhalb des Theaters, in Call Centern oder Fast Food Konzernen im Gebrauch sind. Verkäufer, die in einem solchen Unternehmen arbeiten können als Schauspieler des realen Lebens beschrieben werden. Sie wurden geschult um so natürlich wie möglich zu wirken und arbeiten mit einem Skript das hunderte Male am Tag aufgesagt wird; Menschen die ausgebildet wurden uns ihre Authentizität zu verkaufen.

COLD CALLS besteht aus zwei Teilen (die am einem Tag stattfinden). Der Telefonagent  geht auf die Bühne und der Schauspieler in das Call Center.

Teil 1, "Das Call Center", ist die Installation eines temporären Call Centers in einem Theaterraum, in dem fünf Schauspieler klassische Theaterstücke per Telefon einem zufällig gewählten Publikum in Stuttgart vorlesen werden. Sie werden sich namentlich vorstellen, ihren Beruf preisgeben und versuchen ihren potentiellen Zuhörer zu überzeugen sich das Stück anzuhören. Die Zuhörer wählen selbst wie lange sie dem Darsteller und seinem Stück folgen. Die traditionellen Verhaltensregeln werden entfernt und die Rahmenbedingungen verschieben sich. Das Publikum wird vielleicht anders reagieren als Schauspieler es gewöhnt sind.

Während einzelne Personen wählen ob sie das Angebot des Schauspielers am Telefon annehmen oder nicht, ist es für ein anderes Publikum möglich den Vorgang vor Ort zu verfolgen. Texte werden übereinander gesprochen, wodurch neue Zusammenhänge und unerwartende Dynamiken entstehen. Manchmal scheint es humorvoll, manchmal tragisch, wenn Schauspieler versuchen ihr Skript bis zum Ende vorzulesen. Das Call Center wird zur Bühne.

Teil 2, "Der Theaterabend", versammelt fünf Telefonagenten auf einer leeren Theaterbühne. Zum ersten Mal werden sie vor (für ihnen) sichtbarem Publikum ihren vorbereiteten Verkaufstext wiedergeben. Zum ersten Mal unterhalten sie ein Publikum das gekommen ist um ihnen zuzuhören, und vielleicht nach ihrem Auftritt sogar applaudiert.

Der Fokus gilt dem Text, der von dem Theaterautor Wolfram Lotz geschrieben wurde, und dem neuen Kontext indem sie vorgetragen werden. Der Abend folgt den erwarteten Verhaltensregeln eines Theaterabends.

COLD CALLS ist ein experimentelles Theaterprojekt, das die Rolle eines Schauspielers mit der eines Telefonagenten vertauscht. Die Grenzen zwischen Realität und Theater, Kunst und Konsum verwischen. Bestehende Sichtweisen und Assoziationen werden herausgefordert. Inwiefern wird die Art wie wir den Beruf eines Schauspielers wahrnehmen, sein Status und seine Funktion davon beeinflusst? Wie ist die Beziehung oder der Zusammenhang zwischen der Kunst des Theaters und der Kunst des Überzeugens? Verkaufen wir eine Idee, eine Position, eine Dienstleistung, ein Produkt, eine Illusion oder uns selbst?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Team

Kaspar Wimberley & Susanne Kudielka
Künstlerische Leitung

Susanne Kudielka und Kaspar Wimberley arbeiten international als Interventions- und Performance Künstler, mit dem Schwerpunkt auf orts-spezifische und orts-bezogene Projekte, in denen sie alternative Strategien für die Interaktion mit dem Zuschauer und neue Formen der künstlerischen Zusammenarbeit untersuchen.

Ihre jüngsten Arbeiten beinhalten "Masterplan" für den steirischen herbst in Graz (Oktober 2010), eine Reihe orts-spezifischer Interventionen in Ekenäs, Finnland (August 2010), sowie die Präsentation von "Homezone" beim ISEA 2010 Symposium in Dortmund (September 2010). Die Projekte "Knochen Rock" für die Plattenvereinigung Berlin in Zusammenarbeit mit dem Maxim Gorki Theater (November 2010), "New light on old bones" mit dem Rossendale Museum in Grossbritannien, und zum wiederholten Mal ein Projekt im Rahmen des Infecting The City Festivals in Kapstadt (Februar 2010) sind in Vorbereitung.

In Stuttgart realisierten Sie bereits das "Schlaflabor" für die Stuttgarter Tanznacht 2009, die Intervention "Test Shots" für den Filmwinter 2010, die experimentelle Performance "Dancing with ten legs" im Interventionsraum, die Performance Lecture "Homezone" und eine Vielzahl innovativer soziokultureller Theaterprojekte. Sie vertraten Stuttgart als Kuratoren auf der Amsterdam Bienale im Dezember 2009 und werden 2011 ein Reihe alternativer Stadtführungen in Stuttgart kuratieren.

www.treacletheatre.co.uk

 

Wolfram Lotz
Autor (Teil 2)

Wolfram Lotz, geboren 1981 in Hamburg, aufgewachsen im Schwarzwald. Nach seinem Studium der Literatur-, Kunst und Medienwissenschaft in Konstanz studiert er seit 2007 Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er ist Redakteur der Literaturzeitschrift "Edit" und war Mitbegründer und -herausgeber der Literaturzeitschrift "Minima". Er ist Mitglied der "Vereinigung 1. Februar". Im Herbst 2009 sendete der Südwestrundfunk sein Hörspiel "In Ewigkeit Ameisen". Für seine literarischen Arbeiten wurde er unter anderem mit dem Literaturpreis der österreichischen Stadt Steyr, dem Stadtschreiber-Stipendium Rottweil und zuletzt mit dem Werkauftrag des Theatertreffen-Stückemarkts 2010 sowie dem Publikumspreis für sein Stück "Der große Marsch" ausgezeichnet. Mit dem Stück "Einige Nachrichten an das All" ist er eingeladen zu den Werkstatttagen 2010 am Wiener Burgtheater.

 

Friederike Böckmann
Produktionsleitung

Friederike Böckmann studierte Sozial- und Kulturwissenschaften (B.A.) an der Universität Osnabrück und der University of Namibia, Windhoek und Kulturmanagement am Institut für Kulturmanagement der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Seit 2005 ist sie in der Abteilung Kunst des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) angestellt und arbeitete bereits während des Studiums bei diversen Kulturprojekten, wie z. B. der Tanzplattform Stuttgart 2006 mit. Seit Ihrem Studienabschluss 2006 ist sie neben ihrer Tätigkeit im ifa als Produktionsleitung in der Tanz- und Theaterwerkstatt Ludwigsburg e. V. beschäftigt. Des Weiteren übernahm sie Produktionsleitungen für Tanztheaterproduktionen der freien Tanzszene Stuttgart bei den Produktionen "Fall aus der Zeit" und "Glenn Gould oder Das Verschwinden der Musik" (Choreographin: Katja Erdmann-Rajski), "Farbe!!" und "StadtKörper" (Choreographin: Christine Chu) und der Produktion "Strom" des Produktionszentrums Tanz und Performance Stuttgart e. V. Des Weiteren war sie Projektleiterin des ersten Ludwigsburger Tanzfestivals LudwigsburgDance09. "Cold Calls" ist ihre erste Zusammenarbeit mit dem Treacle Theatre.

 

Esther Becker
Schauspielerin > Telefonagentin

geboren am 3.12.1980, arbeitet als freischaffende Schauspielerin in der Schweiz und in Deutschland. Sie studierte Schauspiel an der Zürcher Hochschule der Künste (Diplom 2007). Sie spielte in diversen Produktionen der freien Schweizer Szene u.a. im Fabriktheater Zürich, Schlachthaus Theater Bern und in der Kaserne Basel. Außerdem war sie als Gast am Stadttheater Biel Solothurn in Inszenierungen von Max Merker und Katharina Rupp zu sehen. Mit der freien Gruppe bigNOTWENDIGKEIT war sie in "keep on searching for a heart of gold" an den Sophiensaelen und im Theaterdiscounter Berlin zu sehen. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Anna k. Becker und der argentinischen Theatermacherin Lola Arias entwickelte sie "that enemy within", dass in der Regie von Lola Arias am HAU Berlin Premiere hatte. sie Sie nahm an verschiedenen Schreibwerkstätten teil, ihr Stück "Schlittentaxi" ist beim Theaterverlag Hofmann-Paul, Berlin verlegt und wurde 2006 als Werkstattinszenierung am Vorstadt Theater Basel gezeigt. Außerdem steht sie manchmal vor der Kamera, und ist Sprecherin für Hörbücher.

 

Nora Marie Horstkotte
Schauspielerin > Telefonagentin

Bis 2004 Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum. Anschließend bis 2006 Festengagement an den Städtischen Bühnen in Münster. Dort Förderpreis "beste Nachwuchsschauspielerin" der Spielzeit 2005 / 2006. Bundesweite Theaterengagements am Thalia Theater und Kampnagel in Hamburg, sophiensaele Berlin, Zeche1 und Schauspielhaus Bochum, am FFT Düsseldorf und anderen Häusern. In Fernsehproduktionen für ARD, ZDF, arte und WDR zu sehen. Zahleiche Arbeiten als Sprecherin für Hörbücher, Synchron und Werbung. Eigenes Modelabel "archicouture" mit ihrer Schwester Fee Horstkotte. Nora Marie Horstkotte lebt in Hamburg.

 

Veit Merkle
Schauspieler > Telefonagent

Veit Merkle, geboren 1979 in Burkina Faso, studierte angewandte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim (Diplom) sowie Schauspiel und Theaterpädagogik in Santiago de Chile. Darüber hinaus beschäftigte er sich mit Mime Corporel und FM-Alexandertechnik. Veit Merkle erhielt ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung, war 2006 in Warschau eingeladen zur "Mobile Academy" und 2010 Stipendiat des Internationalen Forums, Theatertreffen 2010 Berlin. Veit Merkle arbeitet als freier Schauspieler und Dramaturg mit diversen freien Theatergruppen und ist Mitbegründer des Performancekollektivs Turbo Pascal (Vorstellungen u.a. im Studio der Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin, am Hebbel am Ufer, Berlin, in den Sophiensaelen / Freischwimmer 2010). Mit seinen Solo-Performances trat er auf verschiedenen Festivals in Deutschland, Schweiz, Polen, Chile und Mexiko auf.

 

Sebastian Knözinger
Schauspieler > Telefonagent

Sebastian Knözinger wurde 1972 in München geboren. Seinem Schauspielstudium am Wiener Max-Reinhardt-Seminar folgten Theaterengagements u.a. ans Salzburger Landestheater, ans Theater Freiburg, an die Städtischen Bühnen Münster und ans Landestheater für Niederbayern in Landshut. Parallel zu seinen Festengagements ist er auch als Solokünstler und Autor tätig. Zwei Einpersonenstücke wurden bislang von ihm verfasst und uraufgeführt, von denen das erste ("Hamlet sucht Arbeit") 2007 mit dem Literaturstipendium der Landeshauptstadt München ausgezeichnet wurde. Das zweite ("Adalbert, der 8. Zwerg, eine Weihnachtsgeschichte für Kinder ab 3") spielt Sebastian Knözinger zur Weihnachtszeit an diversen Bühnen. Neben seinen Bühnenauftritten ist Sebastian Knözinger in verschiedenen Fernsehproduktionen auch vor der Kamera tätig.

 

Volker Muthmann
Schauspieler > Telefonagent

Volker Muthmann wurde 1977 in Hagen/Westfalen geboren. Nach seiner Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum war er als Schauspieler u.a. an den Wuppertaler Bühnen, am Schauspielhaus Bochum, am Staatstheater Darmstadt und am Schauspiel Bonn engagiert. Er hatte daneben diverse Fernsehauftritte, u.a. in mehreren "Tatort"-Folgen, im "Polizeiruf 110", in "Mord mit Aussicht" und neben Oliver Pocher in dem Kinofilm "Vollidiot". In Sönke Wortmanns "Freunde für immer - Das Leben ist rund" spielte er eine durchgehende Hauptrolle und wurde 2006 mit der Serie für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Volker Muthmann lebt als freischaffender Schauspieler im Ruhrgebiet und in Italien. In Stuttgart war er zuletzt im April 2010 am Theater Rampe in der Uraufführung von "Friss und Stirb" zu sehen.

 

Karin Wittmaack
Telefonagentin > Schauspielerin

1952 in Hamburg geboren. Ausbildung zur Drogistine von 1968 vis 1971. Von 1971 bis 1975 bei der Hamburg Mannheimer als Sachbearbeiterin angestellt. Von 1978 bis 1981 bei der Firma AEG Telefunken als Sachbearbeiterin und von 1981 bis 1988 bei der Firma PPS in Hamburg als Buchhaltung angestellt. Machte sich 1988 mit einem eigenen Bistro selbstständig, 1994 eröffnete sie das zweite eigene Bistro. Seit 1997 arbeitet sie unter anderem als Call Center Agentin. Karin Wittmaack ist Mutter von zwei Kindern und lebt zur Zeit auf Teneriffa.

 

Edda Hillmann
Telefonagentin > Schauspielerin

Edda Hillmann wurde 1960 in Schwarme geboren. Sie absolvierte sowohl eine Lehre zur Bekleidungsnäherin in Nienburg als auch eine Ausbildung zur staatlich geprüften Textildesignerin an der Fachhochschule für Technik in Reutlingen. Bis Ende der 90er Jahre war sie im Textilbereich und als selbstständige Schneiderin tätig. Seitdem arbeitete sie verstärkt im Bereich Telemarketing u.a. für die Telemarkt AG in Reutlingen als auch für das Institut für Demoskopie in Allensbach, wo sie zur Zeit noch tätig ist.

 

Eva Wörle
Telefonagentin > Schauspielerin

1975 in Stuttgart geboren, Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation von 1993 bis 1996 bei LBBW Immobilienmanagement GmbH in Stuttgart. Dort angestellt als Objektverwalterin und Kundenbetreuerin von 1996 bis 2006. Von 2006 bis 2007 Angestelltenverhältnis bei der Baugenossenschaft Zuffenhausen e.G. in Stuttgart als Mietenbuchhalterin. 2007 bis 2008 als Sachbearbeiterin bei Moderne Welt Musikproduktions- und Vermarktungs GmbH in Stuttgart, von 2008 bis 2009 bei den BW-Immobilien als Sachbearbeiterin in Stuttgart und von 2009 bis 2010 bei Techem Energy in Stuttgart-Möhringen als Kundenbetreuerin angestellt. Seit 2010 selbständig mit eigenem Office Management. Von 2000 bis 2010 unter anderem tätig als Call-Center-Agentin.

 

Andreas Miedler
Telefonagent > Schauspieler

Andreas Miedler wurde 1976 in Weilburg geboren. Im Alter von fünf Jahren zog er mit seinen Eltern nach Österreich, wo er eine Technische Lehre absolvierte. Nach Abschluss seiner Ausbildung lebte er für einige Zeit in Florida/USA, wo er unter anderem im Bereich Telemarketing arbeitete. Nach 11 Jahren kehre er zurück nach Deutschland, wo er sich mit Frau und Tochter in Ludwigsburg niederließ. Beruflich fasste er nach seiner Rückkehr Fuß bei einem Autohersteller, wo er telefonisch im Kundengespräch Gutschrift und Kulanzfälle bearbeitete. Zur Zeit ist Andreas Miedler als selbstständiger Unternehmer und Berater tätig.

 

Petra Römer
Telefonagentin > Schauspielerin

Petra Römer wurde 1962 in Stuttgart geboren. Nach dem Studium der Sozialarbeit 1981 – 1985 arbeitete sie für verschiedene mittelständische und große Unternehmen im IT-Bereich. Es folgten Einsätze in anderen Tätigkeitsfeldern (Einkauf, Personalwesen, Empfang). 2006 machte sie sich mit dem Telemarketing selbständig und ist seitdem für feste Kunden im B2B-Bereich tätig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Projektbeschreibung

 

 

 

 

 

 

 

 

Projektbeschreibung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Projektbeschreibung

Folgt Demnächst...

 

 

 

Projektbeschreibung

Auszug

Karin: Es geht mir heute darum, Ihnen einen Theaterabend anzubieten,
wenn Sie nichts dagegen haben.
Klammer auf, keine Pause, Klammer zu.
Gut.
Dieses Angebot beinhaltet,
dass ich hier heute körperlich anwesend bin auf einer Bühne,
es ist also ein besonderes Angebot.
Ansonsten spreche ich ja immer nur mit den Leuten am Telefon.
Ich habe dann ein Head-Set auf und sitze irgendwo anders.
Heute sitze ich aber nicht irgendwo anders, sondern ich stehe hier.
Heute bin ich also körperlich anwesend, wie Sie ja sehen können.
Wenn Sie damit einverstanden sind, möchte ich Ihnen zusätzlich anbieten, dass nicht nur ich hier den Abend für Sie gestalte,
sondern dass zum gleichen Preis noch vier weitere Call-Center-Mitarbeiter diesen Theaterabend für Sie gestalten.
Klammer auf, keine Pause, Klammer zu.
Gut.
Sie werden sich sicherlich die Frage stellen, ob Sie so etwas gebrauchen können?
Darum geht es aber heute Abend nicht, denke ich mal.
Es geht heute Abend um Kunst. Die Frage ist also überflüssig: Denn bei Kunst geht es nicht darum, ob man sie gebrauchen kann, denke ich mal, sondern es geht vielleicht sogar eher darum, dass man sie nicht gebrauchen kann. Und ich nehme doch an, dass Sie zu einer Theateraufführung gehen, weil Sie Kunst erwarten?
Klammer auf, keine Pause, Klammer zu.
Gut.
Ich meine, mit der Kunst ist das doch so, wie mit manchen Sachen, die ich per Telefon verkauft habe: Die Leute kaufen sich so was, und eigentlich können sie es gar nicht gebrauchen. Dann haben sie es, und es stört eigentlich nur, oder es steht einem im Weg rum. Da will man dann die Sachen machen, wie man sie immer macht, aber da steht plötzlich dieses Ding herum, das man sich per Telefon hat aufquatschen lassen, und stört einen dabei. Und so ist das doch auch mit der Kunst, dass die einen dabei stören muss, bei den Dingen, die man so ganz selbstverständlich immer macht, wie so ein Kirby-Superstaubsauger, der einem plötzlich im Weg herumsteht.
Zu Ihrer Beruhigung kann ich Ihnen sagen, dass ich tatsächlich eine echte Call-Center-Agentin bin. Ich bin keine Schauspielerin. Ich weiß, dass viele Leute Angst haben, dass ich sie betrüge, wenn sie hören, dass es eine Call-Center-Agentin ist, die mit ihnen spricht. Die Leute haben Angst vor Call-Center-Agenten, weil sie davon ausgehen, dass Call-Center-Agenten sie grundsätzlich betrügen und belügen.
Ich kann Ihnen aber versichern, dass ich sie nicht betrüge und auch nicht belüge, ich bin, wie ich Ihnen das ja schon versichert habe, tatsächlich eine echte Call-Center-Agentin, keine Schauspielerin.

Text von Wolfram Lotz

Download Skript: Cold Calls - Skript von Wolfram Lotz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Projektbeschreibung

Anschrift:

Treacle Theater

Susanne Kudielka & Kaspar Wimberley

Rötestrasse 36a

70197 Stuttgart

Deutschland

 

Email:kaspar(@)treacletheatre.co.uk

www.treacletheatre.co.uk